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4 Min. Lesezeit

Was im November noch reif ist – Wildobst und Nüsse

Im November ist die Sammelsaison nicht vorbei. Welche Früchte und Nüsse jetzt noch reif sein können – und welche vor oder nach dem Frost besser sind.

Zweige eines Quittenbaums mit vielen gelben, birnenförmigen Quitten über einer grünen Wiese

Die Äpfel sind gepflückt, die Brombeeren längst vorbei – doch wer im November mit offenen Augen unterwegs ist, findet noch einiges. Gerade jetzt reifen ein paar Früchte, die im Sommer niemand beachtet. Hier ist unsere Übersicht, was im November noch hängt, und eine einfache Regel, wann du was pflückst.

Die Saisonangaben stammen aus dem Artenkatalog der Fruit-Pin-Karte. Je nach Region, Höhenlage und Wetter kann sich die Reife um Wochen verschieben.

Frost: vorher oder nachher?

Bei Herbstfrüchten hört man oft: „Erst nach dem ersten Frost pflücken." Das stimmt – aber nicht für alle.

  • Vor dem Frost pflücken: Hagebutten. Frost macht ihre Schale fade und mehlig.
  • Nach Frost oder Lagerung: Schlehen und Mispeln. Beide sind frisch sehr herb und werden durch Frost oder längeres Liegen milder.
  • Ein Fall für sich: Quitten. Sie werden gekocht, nicht roh gegessen.

Esskastanien – Oktober bis November

Unter Esskastanien liegt jetzt noch einiges. Achte auf den Unterschied zur giftigen Rosskastanie: Die Esskastanie hat lange, schmale, gesägte Blätter und eine Hülle, die dicht wie ein Igel bestachelt ist. Alles Wichtige zum Unterscheiden und Rösten steht in unserem Artikel Esskastanie oder Rosskastanie?

Hagebutten – September bis November

Die roten Früchte der Wildrosen hängen bis in den Winter. Pflücke sie am besten, bevor die ersten Nachtfröste kommen. Beim Verarbeiten müssen die Nüsschen mit ihren juckenden Härchen raus. Wie das am einfachsten geht: Hagebutten sammeln und verarbeiten.

Zweig der Hundsrose mit zwei großen, glänzend roten, länglichen Hagebutten zwischen gefiederten Blättern

Hagebutten: am besten vor dem ersten Frost. Foto: Rosendahl, gemeinfrei.

Schlehen – Oktober bis November

Die blau bereiften Früchte des Schlehdorns sind frisch kaum zu essen, so sauer und herb sind sie. Nach Frost werden sie milder. Vorsicht vor dem Liguster: Seine glänzend schwarzen Beeren hängen oft in derselben Hecke. Woran du beide unterscheidest: Schlehen sammeln.

Zweig des Schlehdorns mit runden, blauschwarzen, hell bereiften Schlehen vor blauem Himmel

Schlehen: erst nach Frost richtig gut. Foto: AnRo0002, CC0.

Mispeln – Oktober bis November

Die braunen Früchte mit der offenen, bekelchten Spitze sind ein fast vergessenes Obst. Hart gepflückt, müssen sie erst kühl liegen, bis sie braun und weich sind. Mehr dazu: Mispeln erkennen und ernten.

Quitten – Oktober bis November

Quitten gehören zu den letzten Früchten des Jahres. Die bei uns wachsenden Sorten sind roh hart, herb und bitter – sie werden gekocht, etwa zu Gelee oder Quittenbrot.

  • Flaum abreiben: Vor dem Verarbeiten den pelzigen Flaum mit einem groben Tuch gründlich abreiben. Er enthält viele Bitterstoffe.
  • Kerne nicht mitessen: Die Samen enthalten giftige cyanogene Glykoside. Kerngehäuse entfernen und die Kerne weder zerkleinern noch mitessen.
  • Lagern: Quitten sind druckempfindlich. In einer Lage, in einer mit Papier ausgelegten Kiste und kühl gelagert, halten sie lange.

Quittenbäume stehen fast immer in Gärten, auf Obstwiesen oder in Parks – sie wurden gepflanzt und gehören jemandem. Ernte nur, wo es ausdrücklich erlaubt ist, zum Beispiel an Bäumen mit gelbem Band.

Lass etwas übrig

Viele Herbstfrüchte bleiben als sogenannte Wintersteher bis weit in den Winter an den Sträuchern. Für Vögel und andere Tiere sind sie dann eine wichtige Nahrung. Nimm nur kleine Mengen für dich – so erlaubt es auch das Bundesnaturschutzgesetz in § 39 Absatz 3 für wild wachsende Früchte, an Stellen, die du betreten darfst.

Was in deiner Nähe gerade reif ist

Auf der Fruit-Pin-Karte sind frei zugängliche Fundstellen eingetragen – Obstbäume, Nüsse, Beeren und Kräuter. Stell den Filter auf Saison, dann siehst du, was laut Katalog gerade reif sein kann. Bei jedem Spot kannst du dich außerdem zur Saison erinnern lassen: Dann bekommst du eine E-Mail, sobald die Art wieder Saison hat – praktisch für die Mispel, die du im Frühsommer blühen siehst und im Herbst sonst vergessen hättest.

Ein Eintrag auf der Karte ersetzt nicht die Bestimmung vor Ort: Schau dir jede Pflanze immer selbst an.

Zur Karte

Bevor du sammelst

Bestimme jede Pflanze selbst sicher, bevor du sie isst. Angaben auf dieser Karte stammen von Nutzern und sind nicht geprüft. Im Zweifel nicht verzehren.

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